Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Ein Dorf im Schwingfieber

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Volle Tribünen, gespannte Zuschauende, Athleten im Sägemehl – 2026 wird in Dachlissen geschwungen, gejubelt und gefeiert.

Teil 1 unserer dreiteiligen Serie zum Zürcher Kantonalschwingfest 2026 in Mettmenstetten

Wenn im Mai 2026 rund 7000 Schwingfans nach Mettmenstetten strömen, wird unser Dorf zum Zentrum des Zürcher Schwingsports. Schon jetzt sind die Vorbereitungen für das Zürcher Kantonalschwingfest, das in Dachlissen stattfinden wird, in vollem Gange. An der Spitze des Organisationskomitees steht Mirco Kurt, der sich mit viel Herzblut für das Gelingen des Grossanlasses einsetzt.

«Nein, den Sport habe ich nicht gewechselt», lacht Mirco Kurt, wenn man ihn auf seine neue Rolle anspricht. In seinem Herzen sei er nach wie vor Turner. Doch das Engagement für den Schwingsport kommt nicht von ungefähr. Als OK-Präsident des Regionalturnfest 2019 in Obfelden hatte Kurt bereits gezeigt, wie man mit einem motivierten Team ein Fest für Tausende auf die Beine stellt. Damals lernte er Roman Nägeli, den Präsidenten des Schwingklubs am Albis, kennen. Gemeinsam wagten sie ein Experiment – sie integrierten das Kantonale Nachwuchsschwingfest ins Turnfest.

«Das war ein Volltreffer», erinnert sich Kurt. «Die Kombination aus Schwingen und Turnen kam beim Publikum hervorragend an. Wir konnten voneinander lernen, die Infrastrukturen gemeinsam nutzen und ein vielseitiges Programm bieten.» Diese erfolgreiche Zusammenarbeit legte den Grundstein für das, was nun kommt. «Roman kam im vergangenen Jahr auf mich zu und fragte, ob ich mir vorstellen könne, das OK-Präsidium für Mettmi 2026 zu übernehmen. Ich habe mir das gut überlegt – und dann zugesagt. Solche Chancen bekommt man nicht oft im Leben.»

Ein Fest für alle – mit Herzblut und Gemeinschaftssinn

Ein Kantonalschwingfest ist kein kleiner Anlass. Der Aufwand ist enorm: rund 730'000 Franken umfasst das Budget – eine Summe, die eindrücklich zeigt, welche Dimensionen der Anlass hat. «Der grösste Teil fliesst in die Infrastruktur», erklärt Kurt. «Zelte, Tribünen, Technik, Gehwege, Sanitäranlagen, Verpflegung – das alles kostet viel. Hinzu kommen Ausgaben für Sicherheit, Verkehr, Energie und die Entschädigung der Helfervereine.»

Trotz des grossen Aufwands steht für Kurt der Gemeinschaftsgedanke im Vordergrund. «Ich finde es unglaublich bereichernd, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Wenn Menschen aus unterschiedlichen Vereinen, Generationen und Berufen zusammenkommen und sich für ein Ziel einsetzen, entsteht etwas Grosses. Dieses Miteinander, das ist für mich das Schönste an solchen Projekten.»

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Mirco Kurt, OK-Präsident des Zürcher Kantonalschwingfests 2026,
führt das 30-köpfige Team mit Herzblut und Erfahrung.

«Das Miteinander, das ist für mich das Schönste an solchen Projekten.» 

Besonders freut ihn, dass Sponsoren, Gewerbe und auch die öffentliche Hand wie die Gemeinde Mettmenstetten den Anlass tatkräftig unterstützen. «Es ist ein starkes Zeichen, dass unsere Region zusammenhält und sich hinter das Fest stellt.»

Warum Dachlissen?

Wer ein Schwingfest dieser Grösse plant, braucht vor allem eines: Platz. «Für rund 7'000 Zuschauerinnen und Zuschauer braucht es eine Arena mit genügend Raum, dazu ein grosses Festzelt, ein Gabenzelt, Marktstände, Bar- und Biergartenbereiche – und trotzdem soll das Gelände noch gemütlich und offen wirken», erklärt Kurt.

In Dachlissen fand das OK ideale Bedingungen. «Das Gelände ist flach, grosszügig und gut erschlossen. Wir konnten auf bestehende Kontakte zu den Landbesitzern zurückgreifen, das war entscheidend. Zudem haben wir gute Zufahrtsmöglichkeiten und planen Shuttle-Busse, damit die Besucherinnen und Besucher bequem anund abreisen können.»

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Das Festgelände in Dachlissen bietet perfekte Bedingungen fürs Schwingfest 2026.

«Der Blick über die Felder Richtung Albiskette ist einfach perfekt. Hier wird 2026 geschwungen!»

Er lächelt: «Und das Schönste ist – der Blick über die Felder Richtung Albiskette ist einfach perfekt. Hier wird 2026 geschwungen!»

Doppelt hält besser: Schwingen trifft Turnen

Wie schon 2019 trifft auch 2026 wieder zusammen, was gut zusammenpasst: Schwingen und Turnen. Am Samstag des Festwochenendes findet nämlich nicht nur das Kantonale Nachwuchsschwingfest, sondern gleichzeitig auch die Zürcher Kantonale Turnveteranentagung statt.

«Die Turnveteranen waren auf der Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort, da es 2026 kein grosses Turnfest im Kanton Zürich geben wird», erzählt Kurt. «So profitieren beide Seiten und wir können den Besucherinnen und Besuchern ein noch vielseitigeres Fest bieten.» Bis zu 1'000 zusätzliche Gäste werden allein für die Veteranentagung erwartet. «Das Gelände wird also richtig in Bewegung sein – im wahrsten Sinne des Wortes.»

Zwei Tage, viele Erlebnisse

Das grosse Festwochenende beginnt am Samstag, 16. Mai 2026, mit dem Kantonalen Nachwuchsschwingfest. Rund 300 bis 350 Nachwuchsschwinger aus dem ganzen Kanton werden an diesem Tag in der Arena in Dachlissen antreten. Der Eintritt ist an diesem Tag frei – ein idealer Anlass für Familien und Vereine aus der Region, um vorbeizuschauen, anzufeuern, gemütlich etwas zu essen und den Festplatz zu geniessen. Neben den sportlichen Wettkämpfen laden Marktstände, eine vielfältige Verpflegung und das gemütliche Festgelände zum Verweilen ein.

Am Sonntag, 17. Mai, steht dann der Höhepunkt an: das Zürcher Kantonalschwingfest. Der Eintritt ist an diesem Tag nur mit Ticket möglich, der Vorverkauf startet voraussichtlich im März. Ab 8.30 Uhr beginnen die ersten Gänge, um 15 Uhr folgt der offizielle Festakt mit Ansprachen, und gegen 16.30 Uhr steht der Schlussgang auf dem Programm.

«Wer das Schwingen hautnah erleben will, sollte früh da sein», rät Kurt mit einem Augenzwinkern. «Es gibt an beiden Tagen viel zu sehen, viel zu erleben und wir freuen uns auf alle, die mit uns feiern».

Aktuell läuft vieles parallel

Im Moment arbeitet das OK an allen Fronten. Die Personalplanung ist in vollem Gange, die Helferschichten am Festwochenende sind bereits gut belegt, doch beim Auf- und Abbau wird noch nach Verstärkung gesucht. Das Gelände ist durchgeplant, die Gastronomiepreise stehen, und auch das Bankettmenü nimmt Formen an.

«Die Stimmung im Team ist super», sagt Kurt. «Alle sind mit Herzblut dabei – das ist spürbar. Es ist beeindruckend, wie viele Menschen sich freiwillig engagieren, um das Fest zu einem Erfolg zu machen. Mettmenstetten zeigt hier einmal mehr, was Gemeinschaft heisst.»

Fortsetzung folgt.

Cheyenne Wyss
Redaktionsteam Mir z’Mättmistette

Artikel (hier als PDF) abgedruckt mit Erlaubnis der Redaktion «Mir z'Mättmistette»