Schwingen begeistert und der Nachwuchs steht bereit
Wenn am Wochenende vom 16. und 17. Mai 2026 in Mettmenstetten-Dachlissen die Sägemehlringe bereitstehen, trifft Tradition auf Zukunft.

Schwingen – eine Sportart, die begeistert.
Das Nachwuchsschwingfest am Samstag und das Kantonalschwingfest am Sonntag von Mitte Mai 2026 bilden nicht nur sportliche Höhepunkte – sie zeigen auch, weshalb Schwingen heute so populär ist.
Der Schwingsport hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Publikumsmagneten entwickelt. Bodenständig, kraftvoll, aber auch fair und nahbar präsentiert sich die Sportart, die heute Generationen von Jung bis Alt begeistert. «Schwingen verbindet viele Schweizerinnen und Schweizer. Die Stimmung an einem Schwingfest gleicht meist einem Volksfest, mit Holzschnitzel am Boden, Festbänken in der Wirtschaft und im Zentrum der traditionsreiche Sport», sagt Urs Meier, Ressortleiter Schwingen im OK. Im Sägemehlring stehen sich zwei Athleten ohne Showeffekte, ohne künstliche Dramatik gegenüber. Es zählt die Leistung, die Technik und der Wille. «Schwingen ist echt», fasst es Meier zusammen.

«Die Stimmung an einem
Schwingfest gleicht meist
einem Volksfest.»
Urs Meier, OK Ressortleiter Schwingen
Über 300 mögliche Schwünge
Wer Schwingen beobachtet, merkt rasch: Hinter den kräftigen Bewegungen steckt ein klar definiertes Regelwerk. Der Kampf beginnt stets mit dem festen Griff an der Schwingerhose, die aus robustem Jutegewebe besteht und dem Gegner Halt für die Schwünge gibt. Erst wenn beide Athleten korrekt gefasst haben, wird angezogen und der Gang beginnt. «Um den Gegner zu bezwingen, gibt es verschiedene Griffe oder Schwünge. Insgesamt gibt es über 300 verschiedene Varianten oder Kombinationen.», so Meier. Die wichtigsten und am meisten angewendeten sechs Schwünge heissen Kurz, Gammen, Übersprung, Kreuzgriff, Hüfter und Wyberhaken. Ein Duell dauert in der Regel fünf Minuten; gelingt keinem Schwinger ein gültiger Wurf, endet der Gang gestellt. Am Kantonalschwingfest absolvieren die Schwinger sechs Gänge, bevor die besten zwei im Schlussgang um den Festsieg antreten.
Ohne Nachwuchs keine Zukunft
Damit Schwingen auch in Zukunft besteht, braucht es nicht nur Organisatoren von Schwingfesten, Funktionäre und ein funktionierender Verband, sondern auch aufstrebende Nachwuchsschwinger. Das Nachwuchsschwingfest am 16. Mai 2026 bietet jungen Schwingern eine Bühne, um sich zu messen, ihr Können einzuordnen und um die Freude am Sport weiter zu entwickeln. «Die Jungen sind unser Fundament. Ohne sie gäbe es in ein paar Jahren keine Schwinger mehr», betont Meier, der innerhalb des Zürcher Kantonalen Schwingerverbands als Vorstandmitglied zuständig für den Nachwuchsbereich ist. Der Nachwuchs wird in den Schwingklubs sorgfältig aufgebaut und viele Talente finden gerade an Kantonalen Nachwuchsschwingfesten ihren ersten grossen Ansporn.
Kantonalschwingfest 2027 im Wehntal
Abstimmung an der Delegiertenversammlung des ZKSV am Sonntag 14.12. in Obfelden.
Vergangenen Sonntag fand in Obfelden die Delegiertenversammlung 2025 des Zürcher Kantonalen Schwingerverbands statt. Neben der Abnahme von Rechnung und Budget sowie diversen Ehrungen und Wahlen haben die rund 170 Delegierten einstimmig die Bewerbung des Schwingklubs Zürcher Unterland gutgeheissen, das Kantonalschwingfest am 15. und 17. Mai 2027 in Niederweningen im Wehntal durchzuführen. Mirco Kurt, OK Präsident des Kantonalschwingfests 2026 in Mettmenstetten, gab ausserdem einen Einblick in den Stand der Vorbereitungen und erläuterte das Festgelände. Zu Beginn der Versammlung überbrachte der Obfelder Gemeindepräsident Stephan Hinners die Grussworte der Gemeinde und bedankte sich beim OK Mettmi 2026 für das grosse Engagement, mit dem Kantonalschwingfest 2026 einer der grössten Anlässe seit Jahren in der Region durchzuführen.
Davide Anderegg
Artikel als PDF, erschienen im Affoltern Anzeiger am 19.12.2025
